Aber da ist der  wirtschaftliche Aspekt! Oldtimer werden häufig für zweistellige Millionenbeträge versteigert. Die Preise klettern in Schwindel erregende Höhen, der Finanzmarkt legt Fonds an – leicht entsteht der Eindruck, Oldtimer seien die besseren Aktien. All dies heizt den Markt weiter an.

 

Nüchtern betrachtet muss man erkennen: Hinter den richtigen Aktien stehen Unternehmen, deren aktuelle Güte und Stabilität auf Grund bestimmter Kriterien objektiv beurteilt werden kann. Hinter einem Oldtimer steht hingegen eine Konstruktion, die nicht im Safe verstaut werden kann sondern zusätzlich und laufend Geld kostet. Sie muss restauriert werden und benötigt auch danach eine kostenintensive Pflege sowie womöglich teuere Bauteile. Oldtimer als echte Alternative für die kränkelnde Währung zu sehen ist irreführend – mit einem Ferrari kann man schließlich kein Brot kaufen. Die angelegten Fonts halte ich für hanebüchen und rate vom Kauf dringend ab.  Die einzige Wahrheit, die der Vergleich mit dem Finanzmarkt ergibt: Nach einem rasanten Preisanstieg wird auch der Absturz rasant sein, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

 

Bei Überlegungen zur Wirtschaftlichkeit darf nicht vergessen werden: Wo es um große Summen geht, sind die Betrüger nicht weit. Das lässt sich am Beispiel des Kunstmarkts schön demonstrieren. Der Kunstfälscher-Prozess in Düsseldorf zeigte doch glasklar: Gutachter, Spezialisten auf ihrem Gebiet, erstellten reihenweise Fehlbewertungen mit der Folge, dass viele Kunden Millionen in den Sand gesetzt haben. Wie sagte doch Staatsanwältin Franz so schön: „Die Logik hat nicht immer die stärksten Karten, wenn viel Geld im Spiel ist“.

 

Dabei sind Kunstgegenstände wie etwa Gemälde wesentlich überschaubarer für den Gutachter, weil das, was man bei einem Bild sehen kann, genau das ist, was man bekommt. Der Gutachter bekommt das Bild vollständig präsentiert. Anders bei einem Oldtimer, bei dem die verbauten Teile ohne Demontage nicht klar identifiziert und beurteilt werden können. Die wortwörtlich zu nehmende Preis-Frage dabei ist: Was wurde in den Oldtimer verbaut?